28.05.2019

We are in this together.

Also….. ich höre es an allen Ecken und Enden (und bin ja auch selbst der Überzeugung) – was wir hier gerade als Menschheit erleben ist ein großer Aufruf aufzuwachen, uns wieder anzuschließen an die uns allen zugrunde liegende Intelligenz, uns zu verbinden – mit der Liebe in uns und in Liebe miteinander und der gesamten Schöpfung.
Uns als Teil davon zu erkennen, ebenso die (bisher so wahrgenommenen) „Anderen“ – und ein neues Sein auf diesem Planeten zu schöpfen. Liebe. Love.

Klingt wunderbar. Und ja – durchaus auch „esoterisch“, aber das ist mir an dieser Stelle egal. Fakt ist, dass es sich für mich, in meinem Herzen WAHR anfühlt. Und nötig – verdammt nötig!

Und dann… stehen mir da diese Menschen gegenüber. Ja, ein paar sind mir nah und die mag ich auch. Aber mal ehrlich……. Die allermeisten – und damit bin ich sicherlich nicht allein – mag ich erst mal NICHT. Da müssen sie nicht mal besonders doof oder unmöglich sein, es ist einfach so, dass ich Menschen an sich einfach nicht sonderlich mag und es echt braucht bis Nähe entsteht oder sie einfach da ist. Meist aber auch nur in Kontexten, wo ich mich sicher genug fühle, mich zu öffnen und zuzulassen, berührt zu werden. Ansonsten bin auch ich so ein Herdentierchen, das erst mal mit ziemlich viel (gesundem) Misstrauen durch die Weltgeschichte wandert.
Ganz ehrlich: Ich bewundere Menschen, die sagen, dass sie Menschen lieben. Kenne einige davon persönlich und frage mich immer, wie sie das machen. Ich krieg das schon auch hin – auf einer distanzierten Ebene. Natürlich kenne ich diesen Raum, in dem ich jeden sehen kann in seinem eigentlichen Kern, von dem ich absolut glaube, dass er liebevoll ist. Und dass die ganzen komischen Arten in denen wir hier rumrennen eben daher kommen, dass wir verletzt wurden. Ob dramatisch missbraucht oder auch einfach nur unfair behandelt – wir sind alle durch die Schule dieses Lebens und dieser Gesellschaft gegangen, die eben so gestrickt ist, dass wir uns eher voneinander distanzieren als zusammen wachsen. Und bitte – natürlich gibt‘s da Ausnahmen… aber ich gehe nun mal von dem aus, wie ich es wahrnehme – und ich kenne nicht so viele, die wirklich offenen Herzens in die Welt gehen, liebe- und respektvoll mit sich und den anderen umgehen. Früher oder später kommen die Knoten raus und dann gehts los. Und je näher wir uns kommen, desto größer die Schatten, die uns ineinander entgegenhüpfen. Und bei den allermeisten muss ich sagen, dass ich sie nicht nah haben möchte…

Nun. Und doch sehe ich, dass dieser Schritt ansteht zu lernen, uns zu lieben, auch wenn wir uns nicht mögen… Wir ihn gehen müssen, um hier langfristig gesund mit dem Planeten zu leben. Und was das heisst… wenn ich das wirklich reinlasse… ist das radikal. Zu lieben, verbunden zu sein, ist ein radikal anderes Leben als misstrauisch und getrennt zu sein.

Was ich auch sehe ist – dass ich bisher diesen Schritt wie durch eine Art Schleier gesehen habe. Mit dem Hauch der Illusion, dass sich das schon irgendwie so gestaltet, dass sich alle wandeln und ich sie dann liebenswert finde, oder zumindest ich mich eben wandel und dann alle lieben kann. Ist ein bisschen peinlich, das so zu schreiben, aber erst seit ich sehe, dass ich das in einer Ecke mir eben doch „schöngeredet“ habe, aber doch in Distanz geblieben bin.
Doch jetzt… mein Gott, jetzt ist es eben so, dass ich DA bin. Das, was sich bisher noch schön in seiner schönen heilen Welt zurückgezogen hatte ist nun da. Hat die Augen geöffnet in diese Welt – und sieht, riecht, schmeckt, wie ein wildes Tier, so viel WAS ICH EINFACH NICHT MAG. Vor allem riecht und schmeckt und sieht es, ich, wie viel ich nicht davon mag, wie wir emotional miteinander umgehen. Es dreht mir den Magen um… Und ich nehme mich nicht aus davon. Ich mach auch Scheiße (sorry, aber das muss ich hier so schreiben… so ist es doch. Wir alle machen Scheiße! Niemand ist davon ausgenommen!).
Dennoch hat es etwas gesundes, da so zu sitzen, mit all meinem Misstrauen in die Welt zu schauen und zu sehen, was ich nicht mag. Und……………. natürlich sehe ich auch, was ich mag, aber das hab ich davor ja auch. Ich sehe, was ich liebe. Ich sehne mich extrem nach mehr davon. Ich bin so unendlich dankbar für jeden Moment, in dem ich Schönheit, Liebe, wahren Kontakt erfahren darf. Und ich bin wahrlich gesegnet damit.Nun – aber da ist so viel was stinkt. Und wie sich alle abrackern, es „gut“ zu machen, es „richtig“ zu machen. Und wie viele da draußen stehen und denken, dass sie nun die Weisheit mit Löffeln gefuttert haben und nur alle es genauso machen sollten und dann wäre die Welt geheilt.
Fuck it – nobody REALLY knows how to do this shift! Und damit meine ich: Keiner WEISS wie es geht, dass wir als Gesamtheit in ein neues Sein wechseln.
Denn… da ist diese unfassbare Diversität an Menschen, an menschlichem Bewusstsein. So viele, die so unterschiedlich denken, so unterschiedlich und immens tief verletzt sind. So festgefahren sind. So ZU sind. So ANDERSARTIG.
Und das ist genau der Punkt, auf den ich hier gerade hinaus will…

WIE GEHT ES, ZU LIEBEN, WAS ICH NICHT MAG?

Ich liebe diese Frage. Und genau mit dieser Frage stehe ich da – im Angesicht all dessen, was ich nicht mag und von dem ich keine Ahnung habe, wie ich damit „in Liebe“ sein kann. Die Menschen, die für Trennung und gegen Andere gehen. Die Menschen, die weiter die Natur abholzen und 5G erschaffen und gegen den Willen so vieler umsetzen. Die Menschen, die sich in esoterischen Wolkenschlössern in ihrer inneren Wahrheit sulen, aber vergessen, dass sie wirklich MENSCHEN aus Fleisch und Blut sind… u.s.w…….. die Liste ist endlos und jeder hat seine eigene, ganz persönliche. Jeder hat viele, die er nicht mag. Hat viele, die er ablehnt, komisch, supekt, unangenehm, zum kotzen findet.

HOW TO LOVE THIS?

Ahhhh.

Ausatmen.
Pause.
Neu einatmen.
Was ich erlebe: Es geht. Ja. Es geht. Wenn ich verlangsame an der Stelle wo die Ablehnung kommt, wo das „mag ich nicht“ und die Abwehr kommt, wenn ich da verlangsame – und wirklich wahrnehme was IST………. Dann schaffe ich es zu diesem Moment, wo ich rauskomme aus meiner automatischen Reaktion. Auch rauskomme aus den automatischen – und meist von anderen bestätigten – Handlungsmustern, die meist in Trennung, in Ablehnung enden.
Was ist da noch. Was ist da, wenn ich all das durchlaufen lasse. Wenn ich mich berühren lasse von dem, was ich nicht mag. Wenn ich die Scheiße RIECHE und empfinde, wie sich mir die Haare aufstellen. Wenn ich erlaube, dass mein Magen sich umdreht und ich am liebsten wegrennen würde. Dann bin ich aber immer noch da – und der andere auch. Und dann komme ich vielleicht dahin, dass ich ihn doch sehe. Eben in dem WIE ER IST. Jemand, den ich vielleicht nicht mag, aber der SO IST. Jemand, den ich nicht ändern kann, aber neben dem ich SEIN kann.Puh… das ist kein Plädoyer dafür, alles aushalten zu müssen. Aber eins, Ruhe reinzubekommen an den Stellen, wo die Abwehr automatisch und heftig kommt. Wo ich dann vielleicht schaffe, statt „draufzuhauen“ (in unserer Gesellschaft ist das meist weniger das physische draufhauen als das innerliche Ablehnen und verurteilen…) da zu bleiben. Ich muss den nicht mögen. Aber ich kann dahin kommen, ihn zu nehmen, wie er ist. Und dann kann ich schauen, wie ich damit umgehe. Auf gesunde Weise meine Grenzen setzen oder eben meins auch hinstellen, auch wenn der andere das vielleicht nicht mag. Aber es gibt diese Möglichkeit, im selben Raum zu sein, ohne sich verurteilen zu müssen.
Und das hat für mich mit Liebe zu tun – in Form von RESPEKT.

Und genau in diesem Raum merke ich, dass auch ich viel mehr auftauche und sichtbarer werde als die, die ich bin. Mit dem was ich mag und nicht mag. Oder dem was ich für richtig halte oder nicht. Und das zeigen – ob das nun andere „mögen“ oder nicht. Das ist dann ihnen überlassen, ob sie damit nah sein wollen oder nicht. Doch verdient auch das was und wie ich bin vor allem eins: RESPEKT.

Da lande ich gerade. Auf neue Weise. Und es eröffnet sich mir ein Raum, den ich mag. Ein Raum, der nicht mehr so „nett“ ist und es auch nicht mehr allen so „recht“ macht. Einer, in dem ich roher sichtbar werde und da bin – weil ich das mag (und bisher zurückgehalten habe aus Sorge, damit eben doch den lieben anderen auf den Schlips zu treten). Ich mag das Rohe – wenn es repektvoll daher kommt. Und ich kann viele in meinem Raum haben, auch wenn sie richtig schräg sind – wenn der grundlegende Respekt da ist… very welcome. Und ich glaube, dass es das ist, was uns unendlich neue Räume eröffnen kann und eine wirklich andere „Weltenordnung“ – wenn wir lernen, respektvoll zu leben. Uns zu respektieren, einander zu respektieren, die Natur zu respektieren, unsere tiefe Verbundenheit zu respektieren. Wie ein unendlicher Organismus, der sich dadurch, dass die Einzelnen Teile wieder sichtbarer an die Oberfläche kommen neu sortieren kann. Sich die zusammenfinden, die zusammen gehören – und die anderen sein lassen, wie sie sein möchten. Wir uns respektvoll verschiedene Lebensräume lassen. Wir leben durch die Diversität – im Außen wie im Inneren…

Ahhhh….. während ich das schreibe verdichtet sich mein ganzes System. Tritt wie klarer hervor. Formt sich. Ja, das bin ich. Das ist mein momentanes Erkennen und Fühlen dessen, was ich als wahrhaftig erlebe.

Und… ich spüre ein Prickeln in mir, eine Angst. Die daraus kommt das ich fühle, dass ich verbunden bin. Dass ich eben nicht allein und getrennt bin. Ich fühle, dass ich mit Euch allen verbunden bin, mit dem Leben verbunden bin. Und wie GERNE hätte ich, dass alle dasselbe fühlen, in dieselbe Richtung gehen und wir zusammen das Leben feiern! Aber ich fühle auch all die, die das hier scheiße finden werden. Die das ablehnen. Die woanders sind und überhaupt nicht in dem, was ich hier gerade wahrnehme. Die alles andere wollen als „zu lernen zu lieben, was sie nicht mögen“. Ich fühle das. Und ich fühle meine Abhängigkeit. Und ich hab fucking keine Ahnung, wie es geht, dass wir uns gemeinsam neu sortieren. Ich weiß nur, dass ICH die Entschiedung für mich treffen kann. Und mich damit zeigen kann – und vielleicht andere die das auch fühlen sich ermutigt fühlen, das auch in sich zu entscheiden. Ich mich mit denen verbinden kann, die auch in diese Richtung gehen. Das kann ich tun. Nicht „gegen“ die „anderen“, sondern als Teil des Gesamtorganismus, der eben diese Wahrheit erkennt und ihr folgt. Ob das den Krebs im ganzen Körper heilt – keine Ahnung. Aber hey… ich glaube an Wunder. Und ich glaube, dass es was macht, wenn ich meinem Herzen folge und das zeige.

So.

Axè.
Karin